Echt kasig – das Wohnen über der Käserei

Nicht in den Schulhof rein, nein einmal außen rum und etwas versteckt befindet sich die Tür zur Freiheit, also zur ersten WG – schulintern und betreut natürlich. Dennoch bringt das Wohnen in der Gemeinschaft einen Touch Selbstständigkeit mit. „Man ist einfach nicht mehr nur in einem Zimmer, wo ständig jemand reinschaut und der Tagesablauf sehr strikt vorgegeben ist. Hier herüben ist man mehr auf sich selbst gestellt“, so der einhellige Tenor der „Käsereimädels“, wie sie von uns Lehrern oft liebevoll genannt werden.
Julianne beim Online-Jagdkurs abendliches Lernen
WG, also Wohngemeinschaft bedeutet tatsächlich: Wohnung sauber halten, also auch putzen, eigenständiges Lernen, mehr Selbstständigkeit, Zusammenhalt, so etwas wie Familie. Diese Familie kann sehr schön sein und verbindet oft ein Leben lang. Auch ich war vor fünfundzwanzig Jahren in einer WG – diese Freundschaften überdauern viel und man ist sich Jahre später noch sehr nach. Gemeinsame Zeit kann sehr wertvoll und prägend sein. Da ist es egal, ob die Zimmer neu oder alt sind. Es geht um den Zusammenhalt, der verbindet.
Der Spaß soll nicht zu kurz kommen
Ich selbst schlief in den neunziger Jahren noch auf dreiteiligen Matratzen in einem Mädchenpensionat, wie man das damals nannte. Auch in der Käserei ist nicht alles am neuesten Stand, jedoch hat man alles, was man braucht: Vom Einzel- bis zum Vierbettzimmer, Gemeinschaftsduschen, einen Platz zum Zusammensitzen. Zum Lernen und zum Chillen. Oft
wird dieser jedoch gar nicht benötigt, weil es genug andere Aktivitäten zu Tun gibt: Musizieren, Theater und Praktikumsvorbereitungen, allgemeine Schulaufgaben.
Gelernt wird oft in der Gruppe Theresia und Regina beim Hirtenspiel
Gelernt wird oft in der Gruppe, das macht einerseits mehr Spaß, andererseits kann gegenseitige Hilfe angeboten werden. „Gemeinsam kommt man einfach weiter“, sagt man mir.
Das trifft nicht nur aufs Lernen zu, da kann es auch schon mal passieren, dass man zum Beispiel mal das Hackbrett der Zimmerkollegin ausprobiert. Einfach um zu sehen, wie das funktioniert. Oder man bläst einmal ins Horn, findet sich am Turnabend wieder oder geht in der Gruppe zum Winklhofer Abendverkauf. Gemeinsame „Bauer sucht Frau Abende“ gehören genauso zum allgemeinen Wochenprogramm.

Tipps, damit das Wohnen in guter Erinnerung bleibt:

  • Mitbewohnerinnen klug aussuchen, man sieht sich nicht nur während der Schulzeit, man sieht sich von Montag bis Freitag, eigentlich durchgehend.
  • Kompromisse eingehen: Man wohnt nicht allein, die Mitbewohner sind auch nicht die Eltern. Einander zu verstehen und zu respektieren, auch wenn es nicht im eigenen Interesse liegt, ist von großer Bedeutung.
  • Putzen: Soll kein Streitthema werden, also Zähne zusammenkneifen und Plan einhalten, nicht vor sich her- oder gar abschieben. Es fühlt sich gut an, zur Gemeinschaft etwas beizutragen!
  • Die Schule nicht aus den Augen verlieren: Es gibt genug Gelegenheiten, dem Lernen auszuweichen oder es aufzuschieben. Alles, was jedoch bereits während der Woche erledigt wird, fällt am Wochenende weg.
  • Sich organisieren lernen: Je früher man anfängt, sich in Richtung Selbstständigkeit zu bewegen, desto leichter wird es im späteren Leben, wenn man das Nest der Eltern verlässt. Ich weiß, wovon ich spreche, eine wohlbehütete WG kann sich ziemlich gut anfühlen.

@ Rettenegger/Brunauer/Reiter/Huber/Buchegger

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